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Der Verein ist ein Zusammenschluss von Unternehmen mit dem Zweck, gemeinsam sämtliche Dienstleistungsbedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen sowie von Institutionen abzudecken und den gegenseitigen Informations- und Ideenaustausch zu pflegen. Die Dienstleistungspalette wurde weiter ergänzt.


Vom 12. bis 14. April 2002 war die Kanzlei KMU-Forum an der Emmer Gewerbeausstellung. Sie fragen sich, was Dienstleistungsanbieter an einer Gewerbeausstellung tun? Wir sind da! Die Kanzlei steht zum Wirtschaftsstandort Emmen und das wollten wir mit unserer Präsenz zum Ausdruck bringen. Waren Sie auch da? Wenn nicht dann besuchen Sie unsere Fotogallerie um ein paar Eindrücke zu gewinnen.

Flash

Bis Ende des letzten Jahrhunderts wurden die öffentlichen Verwaltungen auf allen Ebenen hierarchisch, zentralistisch und mit mehr oder weniger Kostenbewusstsein geführt. Eigentlich sind diese ja nach Strukturen und Regelungen „hoheitliche Verwaltungen“, welche sich auf den Gesetzesvollzug und die Kontrolle ausrichten. Bekanntermassen sind aber die Aufgaben und die Anforderungen an die öffentliche Hand in den vergangenen Jahren stets vielfältiger und komplexer geworden. Nicht zuletzt hat dazu, sowohl als Belastung wie auch Entlastung, die Entwicklung in der Informationstechnologie ein Rolle gespielt. Alles muss, und hier gibt es keinen Unterschied zwischen Wirtschaft und Staat, schneller und umfassender gehen. So ist auch die Bewältigung der anfallenden staatlichen Aufträge nicht mehr nur ein Verwaltungsakt, sondern wird je länger je mehr als Erbringung einer Dienstleistung zu Gunsten der Bürger verstanden.

Das Konzept des New Public Management, zu deutsch: neue öffentliche Verwaltungsführung, basiert auf der Idee des schlanken Staates und beinhaltet ein ganzes System von Instrumenten. Wirkungsorientierung anstelle von arithmetischer Budgeterfüllung, Leistungsauftrag mit Wirkungskontrolle anstelle der zentralisierten Führungskontrolle, Kundenorientierung mit Qualitätsvergleich anstelle von isolierten Dienstleistungen ohne Bedürfnisnachweis, Dienstleistungszentrum anstelle Verwaltungsbetrieb. Im grossen Stil wurde das Modell NPM übrigens in Neuseeland verwirklicht. In Europa gibt es verschiedene Ansätze, primär auf kommunaler Stufe (Mittel- und Grossstädte), wobei die Schweiz mittlerweile auf allen staatlichen Ebenen eine führende Rolle einnimmt. Ehrlicherweise muss hier zugestanden werden, dass New Public Management noch nie in einem Konkordanzsystem, wie wir es hierzulande kennen, umgesetzt wurde. Deshalb kann man den schweizerischen Entwicklungen absolut eine Pionierrolle zugestehen.

NPM im schweizerischen Überblick

Führen mit Leistungsauftrag und Globalbudget (FLAG) heisst das ehrgeizige Projekt, bei welchem ausser dem Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten alle Departemente vertreten sind. FLAG wird in speziell definierten Bereichen durch gut ein Dutzend Verwaltungsstellen der allgemeinen Bundesverwaltung mit rund 2’300 Mitarbeitenden (7-8% der Bundesverwaltung) angewandt. Ziel ist es dabei, das jede Verwaltungsstelle grundlegend überprüft sowie neu nach strategischen und betriebswirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet wird. Mit der Projektumsetzung kommt die Leistungs- und Wirkungssteuerung in die Verwaltungsstellen. Flag unterstützt auch die Auslagerung von Verwaltungsstellen in die dezentrale Verwaltung. Der Bund sieht die Umsetzung im Sinne der lernenden Organisation.
Falsch wäre es natürlich, zu glauben, dass ein einziges NPM-Modell über alle Stufen unserer föderalistischen Schweiz gestülpt werden könnte. Deshalb laufen in einem Dutzend Kantone und vielen Gemeinden die verschiedensten Projekte, welche mit verschiedenen Ansätzen aus der Idee NPM experimentieren. Von „WiF!“ (Wirkungsorientierte Führung im Kanton Zürich) über „NeF“ (Neue Verwaltungsführung im Kanton Bern) oder „PuMa“ (Public Management im Kanton Basel-Stadt) zu „WOV/LOS“ (Wirkungsorientierte Verwaltung / Leistungsorientierte Spitäler im Kanton Luzern) existiert eine Fülle von Projektkürzeln mit immer demselben Ziel. Auch die Gemeinden und die Städte sind überaus aktiv. Erfreulicherweise wurden bereits auch der öfteren einzelne Projekte in die Umsetzung überführt. Da sich auch die Wissenschaft an Hochschulen und Fachhochschulen stark für die neue Verwaltungsideologie engagiert, sind diese Projekte und deren Verwaltungsumsetzung erfolgversprechend.

NPM im Kanton Luzern

Im März 2001 hat der Grosse Rat des Kantons Luzern entschieden, das Luzerner WOV-Modell flächendeckend in der ganzen Verwaltung einführen zu lassen. Die einschlägigen gesetzlichen Grundlagen dazu treten ab 2002 in Kraft. Den Termin für die vollständige Einführung der WOV in der gesamten Verwaltung legte der Regierungsrat in seiner Botschaft an den Grossen Rat auf Ende des Jahres 2005 fest.
Der Kanton Luzern soll und wird inskünftig in einer Art gesteuert und geführt werden, die der Grundphilosophie des NPM entspricht. Die Idee und die Instrumente wurden an die Gegebenheiten des Kantons Luzern angepasst und berücksichtigen die Besonderheiten der direkten Demokratie. Folgende Grundsätze liegen dem Luzerner Modell zugrunde:
Die direkt-demokratischen Instrumente (Gesetzes- und Finanzreferendum) werden nicht angetastet.
An der grundsätzlichen Teilung der Gewalten wird nicht gerüttelt. Die Reformen sind nach Möglichkeit ohne Verfassungsänderungen zu realisieren.
Das Parlament steuert staatliches Handeln nach wie vor in erster Linie über die Gesetzgebung. Es behält die Haushalthoheit, soll dabei aber von Detailfragen im betrieblichen Bereich entlastet werden. Dafür wird sein Einfluss auf die mittel- und längerfristige Planung gestärkt.
Die Regierung und die von ihr geführte Verwaltung sollen im Bereich der Leistungserbringung mehr Handlungsspielraum erhalten. Sie tragen dafür auch die Ergebnisverantwortung.
Die Reform als Ganzes soll die Voraussetzungen für ein flexibles, auf Dienstleistung ausgerichtetes Handeln des Staates schaffen. NPM macht aus dem Staat und seiner Verwaltung nicht eine Unternehmung nach streng privatwirtschaftlichem Muster, doch orientiert sich die Verwaltung mitunter daran.
Es versteht sich von selbst, dass die neue Verwaltungsideologie auf die Geschäftstätigkeit zwischen Kanton und Gemeinden Einfluss hat und verstärkt haben wird. Verschiedentlich sind es denn auch die Kommunen, welche in Teilbereichen die NPM-Philosophie umsetzen. Auch im Rahmen der laufenden Gemeindereform 2000+ werden die Auswirkungen spürbar. „Starke Gemeinden für eine starke Zukunft“ setzte der Kanton als Überschrift. Dass nicht nur eine Verstärkung der Gemeindeautonomie damit gemeint wird, verdeutlich sich in der Forderung, dass „effiziente Gemeinden“ ein Reformziel sind.

NPM und das VZH+

Der politische Steuerungsausschuss, d.h. die Gemeindepräsidentin und die Gemeindepräsidenten der fünf beteiligten Gemeinden, hat im Rahmen der strategischen Umsetzungsziele für das Projekt "Zäme wiitercho" die Grundsätze des New Public Management übernommen. Zusätzlich zum System einer Gemeindeverwaltung über die fünf Gemeinden hat er folgende Vorgaben für das neue Verwaltungszentrum formuliert:

Die Wirksamkeit der Dienstleistungen (Effektivität) wird erhöht
Die Direktwirkung des Verwaltungshandels (Effizienz) wird sichtbar
Die Schaffung von Transparenz über Kosten und Nutzen gegenüber der Bevölkerung
Die Führungsgrundsätze nach New Public Management werden eingeführt
Die Kundendienstleistungen werden insgesamt gesteigert

Sowohl der politische Steuerungsausschuss wie auch die Projektleitung sind sich bewusst, dass das neue Führungsmodell eine neue Kultur bedingt. Das Klima von NPM ist denn auch nicht über Nacht zu dekretieren, sondern muss vielmehr in einem dauernden Entwicklungsprozess über Jahre wachsen können. Die fünf Exekutiven haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt und wollen diese Kultur selbst leben. Von der direkten operativen Verantwortung wird neu die strategische

Führungsverantwortung abgekoppelt. Diese Trennung ist eines der Merkmale von NPM. Das Denken in Produkten (Leistungen, Aufgaben und Aufträge) spiegelt sich im Leistungsauftrag an das neue Verwaltungszentrum wider. Innerhalb der Verwaltung hat sich eine geeignete Unternehmenskultur zu bilden, welche die dezentralisierte Verantwortung und die neuen Herausforderungen im Team zu tragen vermag. Nach aussen spürbar wird die Kundenorientierung sein. Gerade die "doppelte" Kundschaft, einerseits die Gemeindebehörden der fünf Gemeinden, anderseits die Bevölkerungen der fünf Gemeinden, wird eine einzigartige Herausforderung sein.

Selbstverständlich ist die Einführung von Teilen der Neuen Verwaltungsführung nicht ohne Probleme. Als klare Vorteile gilt es dabei jedoch die hohe Leistungsbereitschaft des heutigen Verwaltungsteams und die überaus gute behördliche Zusammenarbeit über die fünf Seetalergemeinden herauszustreichen. Die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen haben aber ebenso Einfluss auf das Projekt wie etwa neue Erkenntnisse aus dem New Public Management oder Erneuerungen in der kantonalen Gesetzgebung. Wer sich aber aus der neuen Verwaltungsideologie das passende Paket zusammenstellt und sich in das neue Verwaltungsklima begibt, wird trotz den täglichen Herausforderungen und "Kinderkrankheiten" die grossen Vorteile von Kunden- und Wirkungsorientierung erfahren. Dies jedenfalls sind die persönlichen und institutionellen Erkenntnisse aus den kantonalen Dienststellen, welche im WOV/LOS-Projekt mitmachen.

Hubert N. Steiner

Die neuen Führungsvorgaben für das VZH+
- Die Exekutiven konzentrieren sich auf das Kerngeschäft "Regieren"
- Die Verwaltung setzt die politischen Vorgaben in konkreten Produkten um
- Die Verwaltung wird mit einem Leistungsauftrag geführt
- Als zentraler Führungsgrundsatz für die Gemeindebehörden gilt die Wirkungsprüfung
- Die Beschluss- und Verwaltungsabläufe werden standardisiert
Einige Begriffe der Idee NPM
Wirkungsorientierung: Die politischen Instanzen (Exekutiven, Legislativen, Stimmberechtigte) steuern die Tätigkeit der Verwaltung nicht mehr mittels detaillierter Vorgabe der finanziellen und personellen Ressourcen (Input-Steuerung), sondern geben die Vorgaben für die zu erreichenden Leistungen (Output-Steuerung) und für die gewünschten Wirkungen (Outcome).
Kundennähe: Die Leistungen der Verwaltung, welche neu in "Produkte" gefasst werden, richten sich enger als bisher an die konkreten Bedürfnisse der Benützerinnen und Benützer aus der Bevölkerung. Anstelle des "Einwohners", des "Steuerzahlers", usf. wird heute der Begriff "Kunde" geprägt.
Globalbudgets: Für eine im voraus definierte Leistung (Leistungsauftrag) wird ein festumrissener Betrag zur Verfügung gestellt. Die zuständige politische Instanz stellt ein Gesamtbudget zur Verfügung, mit dem die Verwaltung rsp. die einzelnen Verwaltungsabteilungen die vorgegebenen Aufgaben so effizient wie möglich erfüllen müssen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Voranschlag mit konkreten Einzelpositionen ergibt sich beim Globalbudget letztlich eine Gesamtsumme, welche der Verwaltung zur Verfügung gestellt wird.
Controlling (und Kontrollwesen): Das neue Globalbudgets bedingt eine neue Form der internen Überprüfung und der externen Überwachung. So gleichen interne und unabhängige aussenstehende Gremien (wie Gemeinderat, Rechnungskommission) regelmässig die Leistungen der Verwaltung und deren Wirkungen mit den Vorgaben der politischen Instanzen ab. Diese schlagen auch die notwendigen Verbesserungen vor.

Benchmarking: Zusätzlich zum Controlling- und Kontrollwesen soll ein regelmässiger Leistungsvergleich mit anderen Verwaltungen Aufschluss über die Qualität der erbrachten Leistungen ergeben. Durch die Auswertung der Kennzahlen und -grössen wird ein permanenter Entwicklungsprozess sichergestellt.